Werkreihe: Club-Gallery  NF-IX 8080

'horny' 4'26

bésame mucho 1´26

So vielfältig eine Lippenberührung auch sein kann, bleibt der Liebeskuss das am häufigsten verwendete Motiv in der bildenden Kunst.

Rodin, Rousseau, Klimt, Munch, Dali, Magritte u.v.m. haben sich bereits mit dem Thema beschäftigt.

Das Objekt "bésame mucho" beschäftigt sich mit dem künstlerischen Prozess des Küssens, der lange vor der Berührung der Lippen beginnt. Er entsteht im Raum dazwischen - im Zögern, im Blick, im feinen Austarieren von Nähe und Distanz. Wie in jeder Kunstform gibt es ein Wahrnehmen, ein Entscheiden, ein Sich-Einlassen. Der Kusss ist kein bloßer Akt, sondern eine Komposition aus Zeit, Rhythmus, Intuition bis hinzu völliger Hingabe.

Zunächst ist da die Vorbereitung: Das Lesen des Gegenübers wie ein ungeschriebenes Manuskript. Atem, Haltung, minimale Bewegungen werden zu Zeichen, die gedeutet werden wollen. Ein magischer Moment einer skizzenhaften Wahrwerdung eines langersehnten Verlangens nach Verschmelzung - noch unfertig, offen, voller Möglichkeiten. Die Spannung ist Teil des Werks; ohne sie gäbe es keine Tiefe.

Mit der Berührung beginnt die eigentliche Ausführung. Lippen treffen auf Lippen wie zwei Pinselstriche, die sich nicht überlagern, sondern antworten. Jeder Kuss ist ein Dialog, ein fortlaufendes Reagieren auf Druck, Tempo, Richtung, Kontrolle und Hingabe wechseln sich ab, wie Technik und Improvisation in der Kunst.

Zuviel Planung lässt ihn starr werden, zu wenig Aufmerksamkeit beliebig.

Der künstlerische Wert des Kusses liegt in seiner Unwiederholbarkeit. Kein Kuss lässt sich exakt rekonstruieren, selbst zwischen denselben Menschen nicht. Erinnerung, Stimmung und Kontext verändern das Werk jedes Mal. Der Kuss existiert nur im Moment seines Geschehens - danach bleibt er als Echo im Körper, wie ein Nachbild auf der Netzhaut.

 

Am Ende ist ein Kuss ein flüchtiges Kunstwerk ohne Dokumentation. Sein Sinn liegt nicht im Ergebnis, sondern im Prozess selbst: im bewussten Erleben von Nähe, im Mut zur Verletzlichkeit, im gemeinsamen Schaffen eines Augenblicks, der nichts anderes sein will als genau das.

 

Reihe: Guerilla-Art "Behördenkarussel" 11´25 Potsdam Innenstadt

Zwischen den Sandsteinfiguren, deren Gesichter seit Jahrhunderten in geduldigem Schweigen verharren, steht plötzlich etwas, das nicht hierher zu gehören scheint - eine Materialassemblage aus Dingen, die man aus dem Alltag kennt und doch nie wirklich sieht.

 

Ein Metallgestell, entkernt, seiner ursprünglichen Funktion beraubt, lehnt wie eine entseelte Struktur im Raum. Über einen Stuhl gestülpt eine einzelne Schublade, verkehrtherum, als hätte sie sich im Moment größter Verwirrung vom Rest des Möbels gelöst und sei nun orientierungslos hängen geblieben.

 

Ein objet trouvé, ein Fundstück, das nur dadurch Bedeutung erhält, dass es im falschen Kontext das Richtige erzählt.

 

Diese gewollte Zweckentfremdung wird zur Metapher: für Gänge durch Behördenflure, für das Hin- und Herschieben von Zuständigkeiten, für Formulare, die wie lose Schubladen sind - man zieht sie auf, doch sie führen ins Leere, oder ins Nichts, oder wieder zu jemand anderem, der sich ebenfalls nicht verantwortlich fühlt. Eventuell ist die Entscheidungsträgerin längerfristig krank und die Vertretung ist ebenfalls für 14 Tage im Urlaub.

Diese Assemblage spricht vom Unwillen der Institutionen, Konflikte zwischen Menschen mehr als nur administrativ zu berühren.

 

Statt Lösungen entstehen Sackgassen, und das metallische Gestell wirkt wie das Gerippe eines Systems, das eins Halt geben sollte,

nun aber nur noch die Stützen seiner eigenen Bürokratie zeigt.

 

Auf der öffentlichen Fläche platziert, wo Passanten flanieren, stolpern oder stehen bleiben, entfaltet das Werk seine eigentliche Wirkung:

 

Es irritiert.

 

Es stört den Blick, der Harmonie erwartet und stattdessen Fragmentiertes findet.

Und gerade dadurch wird es erst catchy -

dieses aufgebrochene Alltagsrelikt, das sich weigert, unsichtbar zu bleiben.

Es fordert den Betrachter heraus, die Absurdität der Situation zu erkennen: die äußere Ordnung der Sandsteinfiguren gegenüber der inneren Unordnung menschlicher Beziehungen, die in Formularen, Paragraphen und abgenutzten Metallschienen gepresst und verhandelt wird.

 

Die Materialassemblage "Behördenkarussell 11´25" erhebt keinen Anspruch auf Lösung. Sie ist ein Kommentar. Ein sichtbar gemachter Knotenpunkt von Frustration, Absurdität und stillem Protest.

Und vielleicht bleibt sie deshalb in Erinnerung:

 

weil sie zeigt,

dass Kunst manchmal genau dort entstehen muss,

wo Systeme versagen.

 


Wenn in Gaza Bomben fallen...Micro-Installation mit Elektromotor

Wenn in Gaza Bomben platzen und Schüsse fallen

Ein Gedicht über Kindheit im Krieg

 

Wenn in Gaza Bomben platzen und Schüsse fallen,

so fühlt jedes Kind diesen Schmerz in allen

Gliedern, in der Seele, tief und klar –

als wär der Himmel für immer nicht mehr da.

 

Wenn Mauern beben und Fenster zerspringen,

kann kein Lied der Hoffnung mehr erklingen.

Spielzeug bleibt stumm im Staub der Nacht,

während der Krieg über Kinderherzen wacht.

 

Ein Teddybär, mit Ruß bedeckt,

ein Schulranzen, den man nicht mehr entdeckt –

das sind die Bilder, die schweigend schrein,

dass hier einst Träume zu Hause sein.

 

Und Mütter weinen in dunkler Zeit,

weil jedes Lächeln so schnell entgleit.

Sie halten fest, was bleibt: ein Kuss,

ein letzter Blick, ein leiser Schluss.

 

Doch selbst im Schatten der Gewalt,

in Nächten, bitter, laut und kalt,

träumt jedes Kind von einem Morgen,

ohne Hass, mit Spiel – und ohne Sorgen.

 

Wenn in Gaza Bomben platzen und Schüsse fallen,

darf unser Schweigen nicht länger verhallen.

Denn wer den Schmerz der Kinder kennt,

weiß: Menschlichkeit ist, was uns trennt –

vom Dunkel, das sich Krieg nennt.



Reihe: ...irgendwann ist alles Kunst und so...                                                                                      "Der Fluch des Schöpfertums 3´25"

Die Idee vom Baus eines Zauns als Sicht- und Windschutz geht in die nächste Phase. Dieses Mal allerdings auf der Nordost-Seite des Hauses und dieses Mal definitiv mehr Zaun als Kunst und etwas einfacher und somit schneller. Hierbei sollen u.a. Holzreste Verwendung finden. Bereits für Weihnachten 2023/24 baute ich einen Weihnachtsbaum aus Tannenholz und revidierte somit den Herstellungsprozess indem aus Tannenholzbrettern ein Weihnachtsbaum gebaut wurde. Da ich beschlossen habe die nächsten Weihnachtsfeier zu boykottieren, sollten also die einzelnen Bauteile des Weihnachtsbaums nun als Material für den Zaun herhalten.

Ein Zaunelement steht nun, allerdings hat sich auch hier das rätselhaft umwobene "Es" wieder eingeschlichen.

Der ursprüngliche Gedanke eines funktionalen Zauns ohne jeglichen Anspruch an künstlerischer Raffinesse sollte erneut nicht gelingen.

Es ist wie ein wohlwollender Fluch für den Macher und bei genauerem Hinschauen und Wirkenlassen des Endprodukts ein Segen.

Also soll hier erneut die Theorie bestand halten: Alles wird zu Kunst, weil es allem Anschein nach anders nicht mehr möglich ist.


Reihe: Alle meine Finger sind Mittelfinger                                                                                        "die unglaubliche reise eines blinden Passagiers in einem schwarzen Hundekotbeutel 2´25"

Trotz menschlicher Abgründe bleibt ein blinder Passagier doch nur ein menschliches Wesen. 


"mein Afghanistan- smashed homeland- Nu Roots" 2´25

"Goodbye Lady Ka Ka" 2´25

"Ikonographie eines Windbeutels" 2´25


"Rate Mal 8´24"


Reihe: ... irgendwann ist alles Kunst und so...                                                                  Dinkelbrötchen + Räuchermakrele + Papier + Pfote 2´25

"Wilmanns & Bonhoeffer" 1/2025 Gemälde


Azuly-Reihe 25


"Mein Deutschland und die vielen Irrtümer" 2024


"Wächter der Pforten" 2024

Die Absicht einen Zaun als eine Art Blickbrecher zu bauen, schwebt mir bereits seit mehreren Jahren vor.

Nun also sollte die  Zeit dafür reif sein!?

Eine recht turbulente Lebensphase lieferte mir zusätzlich Muße und die nötige Ruhe hierzu.

Bei dem Bau des "Blickbrechers" gab es einige wenige Voraussetzungen zu beachten:

 

- den schönen Blick ins Grüne nicht verbauen

- die Windstärke nicht unterschätzen, denn die Winde hier haben so Manches/ Manchen weggefegt

- hauptsächlich sollte Holz Verwendung finden

- Alleinstellungsmerkmal

- keine vorgegebenen Formen, sondern einfach Machen

- die Intuition sollte der grundlegende Formgeber sein

- intuitives und spielerisches Experimentieren mit den Formen

.....

Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass die Formgebung aus einer reinen Laune des Zufalls intuitiv entsteht.

Getrieben vom kreativen Schöpfergeist, als auserkornes Medium der materiellen Formgebung und Sichtbarmachung

entsteht intuitiv am Ende ein plastisches Werk mit skulpturalem Charakter.

Der kreative Akt der Vollführung verfolgt dabei ein selbstkreiertes System der Logik vom Verständnis der teilweise nicht immer gut nachvollziehbaren Absichten.

 

Der Hintergrund bettet das natürliche Umfeld mit in das Werk ein und ändert sich nach Tages- und Jahreszeit sowie Wetterlage. Der gesamten Szenerie unterliegt eine flexiblen sowie gleichzeitig strukturierten bis relativ statischen Sorroundingelemente inne. Das natürliche Umfeld greift über und durch das Werk in das Gesamtbild und passt sich dem Sorrounding an. Auch bei der Wahl des Mediums zur Transkription der beabsichtigten Unbeabsichtigkeit sei darauf hingewiesen, das Holz als natürlichen Rohstoff keine weiteren Unbeabsichtigkeiten zu gründe liegen.

Eine sich stets verändernde Szenerie bei gleichzeitig aktiver und permanenter Wirkung der Witterung auf das Werk. 


"die Leere des Tau" (November 2024; Guerilla Art) Landstreicher 2865 Meter Nordseeküste


an den Nagel gehängt 2024



die Heiligen auf dem Feld und singen tun die Meisen                                               Geschichten von gebrochenen Herzen                                                                                        dem Inneren-Kind und darüber                                                                                                                           wie ich das Selbst entdeckte                                                                                                     (Guerilla-Art) 2024


Es gibt Orte in unseren Herzen, die so abgelegen sind, dass kein Geräusch zu ihnen durchdringt. Geheime und von der Realität abgeschottete Orte an denen unaussprechliche Dinge verwahrt werden. Genau dort befindet sich auch diese eine unaussprechliche Wassheit aus der unser Leben erschaffen wurde. Diese Wassheit ist nicht Du. Sie hat noch eine Wahl.                                                                                                                       Es gibt Orte in unserem Wesenskern, die so abgelegen und düster sind, dass kein Licht sie jemals erreichen wird. Die Wahrheiten, die sich in ihren Tiefen verbergen,  verweilen ein düsteres Dasein und können sich nicht vorstellen dort jemals zu entkommen. Sie wollen ungestört bleiben.


Haft Sien; Sspand; Sabbsa; Senndschett; Sirrka; Sier; Seeb; Sikha (7 Dinge mit dem Anfangsbuchstaben S) 2024

Das Fest des Erwachens der Natur geht auf die wahrscheinlich älteste monotheistische Religion der Menschheitsgeschichte  sowie den altpersischen Priester Zoroaster zurück. Gefeiert wird dieses Fest seit über 2600 Jahren in der Region Altpersiens. Zelebriert wird der Triumph des Guten über das Böse sowie der Glückseligkeit über den Kummer.  Zur Vorbereitung gehören "Khoana Takkonni" was soviel wie das Haus rütteln bedeutet, also Frühjahrsputz und die Zusammenstellung von 7 Dingen, mit dem Anfangsbuchstaben S. Mit dem Nouruz (deutsch neuer Tag oder Neujahr) beginnt ebenfalls das neue Jahr. Interessanterweise fallen die 12 Tierkreiszeichen bzw. Sternzeichen ebenfalls mit den 12 Monaten des persischen Kalenders zusammen. 


Vergebung nach einer missglückten Daumenamputation 2023 (Materialassemblage; Licht)


high fidelity 2021


Kutsche zum Rockstarvehikel 2021


"15 minutes of shame" (2019)

"In the future everyone will be famous for 15 minutes" lautete der Leitspruch zu einem Projekt Andy Warhols.

In dieser Arbeit werden gesellschaftliche Umwälzungen der Gegenwart thematisiert, welche auf völkische und nationalistische Tendenzen und Vorstellungen basierend breitflächige und tief schürfende Wunden in die pluralistische Identität  einer Mehrheitsgesellschaft mit demokratischen Grundstrukturen hinein ritzt und somit den Frieden zwischen den einzelnen Kulturen und Ethnien ins Ungleichgewicht stürzt. Bei diesem Exponat handelt es sich um ein analoges Gerät, welches durch die Betätigung eines Kurbels einen Arm in die Höhe steigen lässt und somit den Partizipienten als Sujet sich selbst als Mittäter sowie Mitläufer ertappen lässt.

Frei nach dem Motto:

 

              "In the future everyone will be a nazi for 15 minutes - 15 minutes of shame"



Licht-Raum-Installation: "kapriziös, die Katze, die niemals miaute- wenn die Kitzelmaschine durchdreht"


neue Werkreihe zum Thema: Ethnophaulistische Ver-Anderung


Rauminstallation: "somewhere we belong" 2015